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21. SEPTEMBER 2021 TOLLE CHEFIN, TOLLES TEAMWORK (TEIL 2)

Eine Schule in Pirmasens erhält den Namen von Käthe Dassler: Käthe Dassler Realschule plus. Und damit nicht genug: In wochenlangen Vorbereitungen der Eröffnungsfeier und der Dauerausstellung beschäftigten sich Lehrer- und Schülerschaft ausgiebig und zunehmend beeindruckt mit der Frau, die 1917 in Pirmasens als Tochter einer Unternehmers zur Welt gekommen ist, den Herzogenauracher Adi Dassler geheiratet hat und mit ihm adidas zu einem Weltunternehmen aufbaute.

Unter Anderem telefonierten Lehrer mit Helga Lang, der ehemaligen Chefsekretärin von Adi und Käthe Dassler. Hier Auszüge aus dem bemerkenswerten Gespräch.

Liebe Frau Lang, es freut uns sehr, dass Sie sich die Zeit nehmen, um mit uns über Ihre ehemalige Chefin zu sprechen. In welchem Verhältnis standen Sie zu Käthe Dassler?

Helga Lang: Ich war die meiste Zeit eher für Adi Dassler zuständig. Nach seinem Tod arbeitete ich dann für Käthe Dassler. Ich erinnere mich an viele gute Gespräche mit ihr.

Wie kamen sie zu adidas?

Nach der Handelsschule bin ich mit 15 Jahren beim Unternehmen eingestellt worden. Ich arbeitete an einem Anstellschreibtisch zwischen Käthe und Karin Dassler (das war eine der Töchter von Adi und Käthe). Wegen meiner Steno-Kenntnisse konnte ich viele Gespräche mitschreiben.

In meiner Zeit bei adidas gab es immer mal wieder Unterbrechungen, weil ich bei meinen Eltern in der Metzgerei mithelfen musste und dann auch Mutter wurde. Adi Dassler holte mich aber wieder in die Firma zurück.

Wie war Käthe?

Sie hatte eine gute Menschenkenntnis, gerade im Umgang mit ihren Mitarbeitern. Käthe Dassler hatte einen guten Blick für die

Auswahl ihrer Angestellten, sie holte gute Leute in die Firma holte. Die meisten Mitarbeiter arbeiteten jahrzehntelang bei adidas.

Käthe Dassler war gescheit und klug. Sie war sich immer darüber bewusst, welcher Einsatz notwendig war, wenn es haperte. Und sie war fleißig, immer »im Dienst«.

Und das Teamwork mit ihrem Mann war perfekt. Sie schrieb die Pläne für Bestellungen und erfasste Mengen und Größen der Produkte. Später war Frau Dassler dann für den Export auf alle Kontinente zuständig. Es war, als ob sie alles einfach so aus dem Ärmel schüttelte. Das habe ich immer sehr bewundert. Ohne Käthe Dassler wäre die Firma nie das geworden, was sie wurde.

Erlebten Sie Käthe Dassler als Familienmenschen? Welche Werte waren ihr dabei wichtig?

Ja, Familie war sehr, sehr wichtig. Frau Dassler bekam viel Unterstützung von ihrer Haushälterin, »Vroni« Bretting, sowie von ihrer Schwester, Marianne Hoffmann (die war auch von Pirmasens nach Herzogenaurach gezogen und hatte in Franken geheiratet). Somit konnte Käthe Dassler Familie und Geschäft unter einen Hut bringen.

Was war Frau Dassler wichtig beim Umgang mit ihren Mitarbeitern?

Sie achtete sehr auf Ehrlichkeit und Einsatz für die Firma. Wir fühlten uns wohl in der Firma, weil die Chefs uns mochten und wir die Chefs. Gerne erinnere ich mich an Betriebsausflüge zurück, bei welchen Busse angemietet wurden, die uns zu schönen Ausflugszielen brachten, einmal ging’s ins Rheinland, ein andermal nach Oberbayern. Beim Faschingsball im Vereinshaussaal in Herzogenaurach war die ganze Familie Dassler anwesend war, und die Chefs ließen sich den ersten Tanz nicht nehmen. Trotz der Zuwendung zu ihren Mitarbeitern wahrten Adi und Käthe immer einen gewissen Abstand zu ihren Angestellten, sie waren für uns absolute Respektspersonen.

Wie finden Sie es, dass unsere Schule nach Käthe Dassler benannt wird?

Helga Lang: Ich habe mich sehr gefreut, dass »die Chefin« auch einmal zur Geltung kommt. Diejenigen, die mit ihr gearbeitet haben, haben sie sehr geschätzt.

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